Textnachrichten über Funk: Meshtastic im ISM- und AFU-Bereich

Meshtastic ist ein offenes Funknetzwerk auf Basis von LoRa, das für einfache, textbasierte Kommunikation ohne Infrastruktur genutzt wird. Es kann sowohl im lizenzfreien ISM-Bereich (z. B. 433 MHz, 868 MHz) als auch im lizenzierten Amateurfunkbereich (z. B. 70 cm-Band) betrieben werden. Im ISM-Bereich ist der Betrieb ohne Lizenz erlaubt, allerdings mit Einschränkungen bei Sendeleistung, Bandbreite und Duty Cycle. Auch verschlüsselte Kommunikation ist dort zulässig – ein Vorteil für private Anwendungen. Im Amateurfunkbereich gelten andere Regeln: Hier darf nur mit Lizenz gefunkt werden, und Verschlüsselung ist gemäß AFuG streng verboten. Die Kommunikation muss offen und nachvollziehbar sein, z. B. durch Nutzung eines Rufzeichens. Dafür erlaubt der AFU-Bereich höhere Sendeleistungen, flexible Antennen und experimentellen Betrieb. Wer Meshtastic im Amateurfunk einsetzt, sollte die Verschlüsselung deaktivieren und die rechtlichen Vorgaben genau beachten. So lässt sich das Potenzial dieses Systems legal und sinnvoll im Funkbetrieb nutzen.

Mit Meshtastic lassen sich beispielsweise dauerhaft oder temporär Chatnetze aufbauen, etwa für Fielddays, Notfunkübungen, Geländetests oder als Ergänzung zur Sprachkommunikation – völlig unabhängig von Mobilfunk und Internet.

Einige von uns im OV experimentieren bereits aktiv mit Meshtastic – wer Interesse hat, ist herzlich eingeladen mitzumachen und sich auszutauschen!

Ich kann hier mal meine Meshtastic Geräte vorstellen:

Als Basisstation zu Hause habe ich ein Heltec V3 Board, erhältlich ab 20€. Dieses hängt im Wlan und bekommt über einen MQTT Server Nachrichten und sendet die für mich Interessanten über LORA aus. Bedient wird das ganze über die Handy App (Bluetooth oder Wlan Verbindung) oder über ein Webinterface (Wlan). Auf dem OLED Display werden aktuelle Infos angezeigt, wie der Akkustand (wenn man einen verbaut hat) oder aktuell erreichbare Stationen. Ich habe mir dazu noch einen 18650 Akku für den Notfall mit angeschlossen und es in ein Gehäuse aus dem 3D Drucker gebaut.

Für Unterwegs habe ich mir das T-Deck Plus von Lilygo gekauft. Es lässt sich komplett ohne Handy und Bluetooth bedienen über das Touch Display und die eingebaute Tastatur. Es hat bereits GPS mit eingebaut und bringt ein stablies Gehäuse mit. Mittlerweile gibt es sogar in der Software die Möglichkeit eine Karte mit den empfangenen Stationen anzuzeigen.

Bei guter Sicht lassen sich mit den sehr geringen Sendeleistungen der Geräte schon sehr große Reichweiten erreichen. Bei versuchen auf dem Berg habe ich schon Stationen aus dem Raum Erlangen empfangen können.

Wer Interesse hat kann sich gerne mal bei uns melden, es gibt auch schon eine Hassberge Chatgruppe in Meshtastic.

1 „Gefällt mir“

Hallo zusammen,

ich wollte hier mal kurz meine bisherigen Erfahrungen mit Meshtastic und verschiedenen ESP32-basierten LoRa-Boards teilen – vielleicht ist das ja für den einen oder anderen hilfreich oder interessant.

Meine Hardware im Einsatz:
Aktuell nutze ich folgende Geräte:

Heltec Capsule Sensor V3 (ESP32-S3 + SX1262, 868 MHz) - Leider sehr schwache Akku Leistung

Heltec Wireless Tracker V3, 868 MHz (ESP32-S3 + SX1262)

LILYGO TTGO T-Beam ESP32 LoRa, 433 MHz (SX1262, anfangs ohne Display)

TTGO LoRa32 V2.1_1.6, 433 MHz (SX1278)

Die beiden Heltec-Boards sind über 868 MHz miteinander verbunden und bilden derzeit eine einfache Punkt-zu-Punkt-Verbindung.
Der T-Beam läuft separat auf 433 MHz mit Meshtastic.
Den LoRa32 V2.1 nutze ich gezielt für Radiosondenverfolgung.

Für den Heltec Wireless Tracker V3 habe ich noch kein Gehäuse, deshalb habe ich mir das ganze behelfsmäßig in ein Marmeladenglas gesteckt, sieht seltsam aus, ist auch so :wink:




Ein echtes Mesh ist das bisher noch nicht – aber ich arbeite daran, das Netz auszubauen.

Sensor-Setup auf Steckboard
Parallel dazu habe ich ein ESP32 auf einem Steckboard, auf dem ich gerade ein LoRa-Modul für 868 MHz auflöte, um es ins bestehende Meshtastic-Netz einzubinden. Ziel ist es, die dort erfassten Sensordaten zu übertragen.

Auf dem Steckboard habe ich mehrere Sensoren ausprobiert:

Ultraschall-Abstandssensor (ersetzt den ursprünglichen IR-Abstandssensor), einen Lichtsensor und einen Temperaturfühler. Einen PIR-Sensor hatte ich auch, aber der wurde wieder entfernt.




Die Programmierung erfolgt mit der Arduino IDE, wobei ich mir bei der Umsetzung von ChatGPT helfen lasse. Das funktioniert in den meisten Fällen ziemlich gut – man braucht manchmal etwas Geduld, aber es zeigt, dass sich solche Projekte auch ohne tiefere Vorkenntnisse realisieren lassen.

Display am T-Beam
Am T-Beam habe ich ein 0,96"-OLED-Display (I2C) fest aufgelötet. Es nutzt die Pins GND, VCC, SCL, SDA und funktioniert ohne Probleme – eine praktische kleine Statusanzeige für unterwegs.(Wichtig ist die Belegung, die meisten Displays in der Größe die ich auf Aliexpress gefunden habe haben eine andere Belegung)

Fazit
Ich bin bisher recht zufrieden mit dem Setup. Die Punkt-zu-Punkt-Verbindungen funktionieren stabil, und ich bekomme ein Gefühl für die Reichweite und die Möglichkeiten der einzelnen Frequenzbereiche.

Langfristig würde ich gern ein kleines echtes Mesh aufbauen, vielleicht auch mit einem solarbetriebenen Gateway – mal sehen, was sich noch entwickelt.

73 & beste Grüße
Ronny

1 „Gefällt mir“